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Wanderwoche in Gröden

23. - 30.  September 2017

 

Samstag, 23. Sept.

Anreise in zwei Fahrtgemeinschaften. Eine Gruppe wählt die schnelle Version über die Autobahn Salzburg – Innsbruck – Klausen – Grödner Tal, die andere fährt quer über die Berge: Lofer – Kitzbühel – Pass Thurn – Felbertauern – Lienz – Pustertal – Alta Badia und übers Grödner Joch hinab nach St. Christina. Hier treffen wir uns um 18:30 im Hotel Cristallo zum ersten Kennenlernen und Planen. Die unsichere Wetterprognose macht uns Sorgen.

Ein üppiges Abendessen mit vier Gängen – das sollte Standard für den gesamten Aufenthalt werden – im sehr gediegenen und sauberen Hotel Cristallo beendet den Abend.

 

Sonntag, 24. Sept.

Frühstück ab 7:30 und alle sind pünktlich da. In der Nacht und am Morgen hat es geregnet, die Wolken hängen tief. Aus unseren Varianten – super vorbereitet von Bettina, die krankheitsbedingt nicht mitkommen konnte – wählen wir die Wanderung „Raschötz“.

Der Bus (gratis durch die „mobil card“, die uns für die gesamte Woche die freie Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel erlaubt) bringt uns nach St.Ulrich, dem ausufernden Hauptort des Grödner Tales. Schnell finden wir den Einstieg in den „Poststeig“, der in alten Zeiten zweimal wöchentlich die Bewohner des Grödner Tales mit Post versorgte. Der Steig führt leicht auf und ab durch dichten, steilen Wald, der am Boden über und über mit Moos bedeckt ist.

Nach etwa 1 ½ Stunden kommen wir auf eine Lichtung, an der sich Bergbauernhöfe in die Höhe ausbreiten. Wir steigen von Hof zu Hof und später durch Wald zur Ramitzler Schwaige (1815 m) auf und haben uns eine Einkehr verdient. Das Wetter verunsichert weiter: sollen wir absteigen oder doch weiter aufsteigen?

Wir wählen optimistisch den Aufstieg auf die Äußere Raschötz und werden belohnt: ein wohl uralter gepflasterter Weg führt angenehm hinauf durch steiles Gelände auf die Raschötz. Das bald sichtbare Gipfelkreuz mobilisiert die müden Beine, wir landen glücklich auf dem Gipfel (2281 m). Inzwischen hat sich die Sonne durchgesetzt, die Aussicht ist prächtig. Quer über das weite Almgebiet wandern wir zur Bergstation der Raschötz-Bahn, einem Schrägaufzug auf Schienen, die uns nach St. Ulrich hinunter bringt.

Aufstieg ca. 1200 Hm, Abstieg 250 Hm, reine Gehzeit etwa 5 Std.

 

Montag, 25. Sept. Höhenweg zum Rif. Puez und Langental

Nachdem die Dantecepies-Seilbahn von Wolkenstein zum Grödner Joch ihren Betrieb ab heute eingestellt hat, wählen wir die Variante Bus zum Grödner Joch (2121 m). Ab 9 Uhr steigen wir steil auf eine Scharte zwischen den wilden Cir-Spitzen, die Forcella Cir (2469 m), hinauf. Besonders beeindruckend bei diesmal schönem Wetter zeigen sich der Langkofel und die breiten Front der Sella-Gruppe.

Durch wild zerklüftetes Felsgelände und dann ein weites Kar erreichen wir die Forc. de Crespeina (2528 m). Auf der einen Seite erstreckt sich das von steilen Felswänden begrenzte Chedul-Tal, auf der anderen die weite Karsthochebene der Crespeina. Über diese wandern wir angenehm und abwechslungsreich hinüber zur Forc. de Ciampei (2366 m), einem Übergang zwischen Langental und Edelweiss-Tal auf der Kolfuschger Seite. Weiter geht es in einem Bogen leicht ansteigend zur Puez-Hütte (2475 m), wobei besonders die Tiefsicht auf das Langental beeindruckt.

Die gemütliche Einkehr auf der sehr gastlichen Puez-Hütte haben wir uns verdient.

Nach einem kurzen Stück auf dem Dolomiten-Höhenweg folgt der landschaftlich großartige Abstieg ins Langental. Umringt von riesigen Felsburgen ....

Für den Weg zurück nach St.Christina nehmen einige den Bus, während zwei einen steilen Wanderweg nehmen.

Aufstieg ca. 550 Hm, Abstieg 1150 Hm, Gehzeit ca. 6 Std.

 

Dienstag, 26. Sept. Friedrich-August-Weg und Seiser-Alm

Wegen des unsicheren Wetters hatten wir einen „freien“ Tag in Aussicht gestellt, aber das fast wolkenlose Wetter am Morgen muss genutzt werden. Nach dem Frühstück sitzen wir bald im Bus, der uns auf das Sellajoch (2180 m) hinaufbringt.

Hier oben präsentiert sich der Langkofel mit seinen Trabanten Fünffingerspitze und weiteren Türmen von seiner besten Seite, die Gletscher der Marmolada glitzern von Osten herüber. Nach dem Aufstieg zur Forc. Rodela (2318 m) weitet sich der Ausblick hinüber zum Rosengarten und hinunter ins Fassatal.

Bei Traumwetter steigen wir in den Friedrich-August-Weg ein, der an der Südseite des Plattkofels entlang zur Plattkofelhütte hinüber führt. Der Weg beginnt steil hinab, die Morgensonne hat die Erde aufgetaut, sodass wir durch aufgetauten Schlamm vielmehr rutschen als gehen. Fast bis zum Rif Sandro Pertini haben wir kaum Augen für die Traumlandschaft, weil wir in den steilen Grashängen meistens nach Auswegen aus dem Schlamm suchen. Nach und nach wird der Weg trockener.

Das Rif Sandro Pertini wirkt in der Vormittagssonne derart einladend, dass wir spontan auf der Terrasse einkehren. Der weitere Weg ist angenehm, wir wandern an der Plattkofelhütte vorbei noch ein Stück am Rundweg weiter und zweigen dann ab hinunter zur Murmeltier Hütte (2123 m). Diese kleine, gemütliche Hütte liegt abseits der ausgetretenen Wanderrouten in schönem Almgebiet.

Nach der Einkehr wandern wir auf breiten Wegen, vorbei an der Tirler Alm, die mit allerlei schrägen geschnitzten Figuren einem Alm-Zirkus gleicht, hinunter zur Saltria, dem Mittelpunkt der weiten Seiser-Alm.

Hier teilen wir uns: die einen haben noch genug Reserven und wandern den weiten Weg hinaus nach St.Christina, während andere ein Stück den Bus nehmen und dann gemütlich zur Bergstation der Seilbahn wandern, die uns nach St.Ulrich hinunter gondelt. In St.Christina treffen wir uns exakt gleichzeitig wieder ...

Aufstieg etwa 400 Hm, Abstieg ca. 1100 / 800 Hm. Gehzeit 6 bzw. 5 Std.

 

Mittwoch, 27. Sept: Verdienter „Ruhetag“

Besuch von St.Ulrich und Flanieren, Wanderung zum Kirchlein St.Jakob, Überschreitung des Monte Pic, Erkundungen für die kommenden Tourentage (u.a. zur Stevia-Hütte, die in traumhafter Lage liegt, leider aber schon geschlossen hat)

 

Donnerstag, 28. Sept: Seiseralm – Schlernhaus – Gipfel des Petz

Der Südtiroler Wetterdienst meldet stabiles Herbstwetter (die anderen Internet-Wetterpropheten sind nicht zuverlässig)

Wir sind uns einig und wollen auf den Schlern. Diesmal wählen wir aus Zeitgründen das Privatauto. Wir starten früh, um vor 9 Uhr von Kastelruth zum Parkplatz Hotel Frommer hinauf fahren zu können. Von hier nehmen wir den Sessellift auf den Spitzbühel (1935 m). Die Liftfahrt ist wie eine Panoramafahrt angesichts der Nähe zum bekannten „Schlern-Profis“ mit seinen zwei Türmen.

Wir wandern leicht fallend über schönes Almgebiet hinunter zur Saltner Hütte. Hier beginnt der immer steiler werdende Steig hinauf auf die Schlern Hochfläche. Die herrlichen Herbstfarben der Vegetation lassen die Anstrengung vergessen. Zudem merken wir nach den fast einsamen Wegen der vergangenen Tage, dass wir uns hier auf einem sehr beliebten Wanderziel befinden.

Zu Mittag erreichen wir das Schlernhaus (2450 m) und sind beeindruckt von der Lage und der Rundumsicht auf den Rosengarten. Wir beschließen, gleich den Gipfel des Petz (2563 m) zu besteigen und rasten dort ausgiebig.

Das Schlernhaus bietet mit seinem hohen Saal eine gemütliche Atmosphäre und beste Verköstigung.

Für den Abstieg gönnen wir uns viel Zeit und können eine große Ziegenherde beobachten, wie sie zu einer Tränke heraufstürmt und sich dann wieder im weiten Almgebiet verstreut. Bei der Saltner Hütte kehren wir nochmal ein und staunen, wie vielfältig man Buchweizen zubereiten kann. Gerade noch rechtzeitig erreichen wir die letzten Sessel des Liftes.

Auf- und Abstieg ca. 850 Hm, Gehzeit 5 Std.,

 

Freitag, 29. Sept.: Rundwanderung im Almgebiet unter der Geisler Gruppe

Von St.Christina aus nehmen wir die Seilbahn, die uns zum Col Raiser (2107 m) hinauf bringt. Von da wandern wir hinüber zur Regensburger Hütte (2037 m) und in einem weiten Bogen durch Zirbenwälder hinauf zur Pieralongia unter den Fermeda-Türmen. Weiter geht es hinauf zur Pana-Scharte auf fast 2500 m. Vor uns breitet sich das weite Almgebiet zwischen Seceda und den Geisler-Spitzen aus, übersät von Almhüttln und -hütten. Die touristische Nutzung ist nicht zu übersehen und mit einer großen Baustelle augenscheinlich.

Von der Scharte ist der sehr steile Abstieg auf die Villnößer Seite einzusehen und zwei von uns entscheiden sich, auf der gemütlichen Almseite zu verbleiben.

Wir steigen in die enger werdende Rinne ab. Der Abstieg ist teilweise versichert, aber schwieriger als erwartet und zudem vom Steinschlag gefährdet. Dann wird der Weg wieder flacher und quert hinüber zur Brogles Hütte (2045 m). Beeindruckend ist die Sicht auf die Fermeda-Türme und die Geisler-Spitzen.

Auf der Hütte geht es zu wie auf einem „Kirtag“ – es ist der letzte Tag der Öffnung und zahlreiche Wanderer kommen von der Raschötz-Bahn herüber.

Nach einem kurzen Aufstieg wechseln wir hinüber zur Innerraschötz und wandern dann auf einem wunderschönen Pfad hinab zur Mittelstation der Seceda-Bahn. Dann queren wir zuerst ansteigend und dann eben den Westhang des Pic zum Aussichtspunkt Balest und steigen hinunter zum Kirchlein St.Jakob. Mit der Rückkehr nach St.Christina sind wir am Ende einer erlebnisreichen Wanderwoche. 

 

Samstag, 30. Sept. : Heimfahrt

 

Wanderleitung: Martin Hebertshuber

Teilnehmer: Burgi, Margot, Anna, Elfriede, Florian

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