wals.naturfreunde.at

Bernkogel (2325), Doppel-Summit von Lend und Dorfgastein

Öffi-Tour zum Bernkogel (2325) von Rauris nach Dorfgastein - Salzburger Doppel-Summit, höchster Punkt der Gemeinden Lend und Dorfgastein

 

Da die Wettervorhersage für Sonntag stabileres Wetter im Bereich des Bernkogels versprach, haben wir kurzentschlossen die Öffi-Tour von Samstag auf Sonntag verschoben.

Wir starteten zu viert mit unserer treuen Begleiterin ‚Kibo‘ – eine 10jährige Labradoodle-dame - um 06:57 Uhr vom Bahnhof Hallein nach Taxenbach-Rauris und von dort weiter ohne große Wartezeit mit dem Bus 640 nach Rauris Ortsmitte. Abmarsch war dann rechtzeitig zum Läuten der Kirchenglocken, die zum 9-Uhr-Gottesdienst riefen.

Die ersten Schritte führten uns auf der Gemeindestraße in den Gaisbachgraben. Nach ca. 10 Minuten erreichten wir linkerhand eine kleine Kapelle, wo wir kurz vor der Brücke über den Gaisbach, durch den Garten eines Hauses, in den steil angelegten und anfänglich spärlich markierten Wanderweg abzweigten.

Die engen Kehren brachten uns rasch über Weiden und lichten Wald in die Höhe. Auf ca. 1.280 Metern zweigt der Steig ein letztes Mal von dem Almfahrweg auf ein unscheinbares Wiesenwegerl ab, um dann auf einen gut markierten Waldwanderweg zu münden. Die Orientierung ist nun einfach und die Bedingungen sind herbstlich wunderbar - perfekte Temperaturen, goldene Farben, ewige Fernsicht in alle Richtungen. Wir queren den steilen Wiesenhang unterhalb des Gruberecks zum Sattel, wo uns bereits das Gipfelkreuz des Sladinkopfes entgegen leuchtet. Noch 1 ¼ Stunden bis zum Bernkogel zeigt uns die Information des Wegweisers und rund 500 Höhenmeter sagt die Uhr. Nach einer kurzen Trinkpause waren die Kräfte für den sonnenbeschienen Gipfelaufstieg gesammelt. Der steile und teilweise seilversicherte Gipfelhang war gut begangen und so trafen wir hier einige Wanderer im Auf- und Abstieg. Vorsicht war jedenfalls geboten, denn es gab immer wieder vereinzelte schattige Wegstellen, die teilweise feucht und rutschig waren.

Am höchsten Punkt, den sich die Gemeinden Lend und Dorfgastein teilen, wurden wir mit einer einmaligen Fernsicht belohnt. Das Lungauer Weisseck steht prominent und ungewöhnlich breit aus dieser Perspektive im Osten, nordöstlich des Tennengebirges schaut der Traunstein hervor, das Wiesbachhorn hat eine Schneehaube, das gesamte Hochkönigmassiv und Steinerne Meer strahlen uns wolkenfrei entgegen und das Gipfelbierl und die Jause schmeckten jetzt besonders gut.

 

Für den Abstieg nach Dorfgastein entschieden wir uns dann für die Überschreitung des Sladinkopfes, anstatt ihn zu umrunden. Die Abzweigung ca. 50 Höhenmeter unter dem Gipfel ist unscheinbar. Es verlaufen kaum erkennbare Steigspuren durch die Wiese bis zum unmittelbar auftauchenden kurzen felsigen seilversicherten Band. Das Schiefergestein ist hier brüchig und kein verlässlicher Partner, das Seil scheint allerdings neu und vermittelt Zuversicht. Auch Kibo ist nach anfänglichem Zaudern in ein paar schnellen Sprüngen unten. Der Auf- und Abstieg auf und vom Sladinkopf soll nur bei trockenen Bedingungen gegangen werden. Der Grat ist grasig steil und erfordert Trittsicherheit.

Der weitere Abstieg führte an der bereits geschlossenen Heinreichalm vorbei und leitete – zuerst noch auf Wandersteig, dann auf Forststraße - ins Tal zum Bahnhof Dorfgastein.

Um den Zug um 15:46 Uhr noch zu schaffen haben wir uns für die letzten 1 ½ Kilometer einen Laufschritt verordnet, anstelle Ausschau für das eine oder andere Schwammerl zu halten.

 

Zufrieden und beschenkt mit zahlreichen Eindrücken dieser herbstlichen Summittour brachte uns der Zug mit einem kurzen Umstieg in Golling wieder zu unserem Ausgangsbahnhof.

 

Quelle: Salzburg Summits, Gabriel Seitlinger, Verlag Anton Pustet

Loading
Weitere Informationen

Kontakt

Naturfreunde Wals
Angebotssuche